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Medizinisches Gutachten

Das medizinische Gutachten ist für den Nachweis eines Behandlungsfehlers von entscheidender Bedeutung. Ob ein Behandlungsfehler vorliegt ist keine juristische, sondern eine medizinische Frage, die von medizinischen Sachverständigen entschieden wird. Im Rahmen einer Klage wird das Gericht daher immer ein Sachverständigengutachten einholen.

Häufig ist es sinnvoll, außergerichtlich ein Gutachten einzuholen zur Vorbereitung eines Rechtsstreits oder für eine außergerichtliche Einigung. Der Patient kann sich insbesondere an die Schlichtungsstellen der Ärztekammern wenden. Das Verfahren vor den Gutachterkommissionen für ärztliche Behandlungsfehler ist kostenfrei, allerdings ist das Ergebnis der Begutachtung nicht bindet. Die Erfahrung zeigt, dass die Versicherungen grade bei hohen Schäden keine Regulierung vornehmen, obwohl die Gutachter einen Behandlungsfehler festgestellt haben.

Auch der medizinische Dienst der Krankenkassen bietet Gutachten an. Grade die größeren Krankenkassen, die Abteilungen mit Ärzten und Juristen vorhalten, erstellen in der Regel sorgfältige Gutachten, in denen sie sich mit den Vorwürfen ihrer Mitglieder auseinandersetzen. Die Verfahrensdauer ist in der Regel kürzer als bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern.

Es besteht schließlich die Möglichkeit von Privatgutachten. Hierbei muss man jedoch mit Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro rechnen. Diese Gutachten werden vor Gericht nur als Parteigutachten gewertete, die vom gerichtlich bestellten Sachverständigen zwar berücksichtigt werden, ob der gerichtliche Sachverständige dem Privatgutachter folgt ist jedoch Einzelfallfrage.

Da die Entscheidung des Gerichts immer auf dem Gutachten beruht, ist es von entscheidender Bedeutung, dass ein kompetenter und unabhängiger Sachverständiger das Gutachten erstellt. Der vom Gericht beauftragte Sachverständige muss daher möglichst vor der Erstellung des Gutachtens auf seine Neutralität und Sachlichkeit und auf seine fachliche Qualifikation überprüft werden. Sollte das Gutachten für den Patienten negativ sein, muss sorgfältig geprüft werden, ob das Gutachten in sich schlüssig ist oder Angriffspunkte bietet. Hierfür ist eine fachliche Kompetenz des Anwalts unerlässlich.