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Haushaltsführungsschaden

Ein Haushaltsführungsschaden entsteht, wenn die verletzte Person den Haushalt, den sie bisher geführt hat, nicht mehr in diesem Umfang versorgen kann. Bei jedem nicht nur geringfügigen Personenschaden entsteht auch ein Haushaltsführungsschaden. Wird eine Haushaltshilfe eingestellt, sind die tatsächlich anfallenden Kosten zu erstatten. Übernehmen Angehörige oder Freunde den Haushalt oder bleibt die Arbeit einfach liegen, kann auch ein fiktiver Schaden geltend gemacht werden. Es wird ein fiktiver Stundenlohn von 8,00 € bis 12,00 € ersetzt.

Besonders hoch ist der Schaden, wenn eine Hausfrau, die auch kleine Kinder betreut verletzt wird. Bei Kindern wird üblicherweise eine 50-Stunde-Woche zugrunde gelegt. Fällt die Hausfrau und Mutter völlig aus, so beläuft sich der wöchentliche Haushaltsführungsschaden auf ca. 500,00 €.

Auch bei einem Einpersonenhaushalt steht dem Verletzten ein Anspruch auf Ersatz der ausgefallenen Haushaltsführung zu, der durchaus 200,00 € wöchentlich betragen kann.

Grade bei dauerhaften Personenschäden oder gar bei der Tötung des Haushaltsführenden errechnen sich ganz erhebliche Beträge das die Rechtsprechung davon ausgeht, dass die Pflicht und die Fähigkeit zur Haushaltsführung erst ab dem 75. Lebensjahr endet. Im Einzelfall ist die Berechnung des Haushaltsführungsschadens aufwendig und kompliziert. Es gibt hierzu komplexe Tabellenwerke, die den Umfang der Haushaltstätigkeit statistisch erfassen. Im Einzelfall können Sachverständigengutachten erforderlich werden. Die Berechnung und Durchsetzung eines Haushaltsführungsschadens sollten Sie einem Fachmann übertragen, insbesondere da der Haushaltsführungsschaden erhebliche Beträge umfassen kann.